Heiligen Stille?

In der Zeit, in der wir durchschnittlich 88 Mal pro Tag auf unser Smartphone schauen. In der Zeit, in der der Kalender uns regiert und wir fast nicht mehr zur Ruhe kommen (und wenn wir relaxen, müssen wir das natürlich auch noch mit den passenden Hashtags auf allen Plattformen posten), finden wir uns, meistens am Sonntagmorgen, in einer Worshipzeit wieder.

Wir haben nur eine 20-25 minütige Worshipzeit und wollen natürlich möglichst viele Leute in dieser Zeit abholen. Am besten starten wir mit einem Praisesong der so richtig abgeht und dann kommen wir zu den tiefen Liedern. Zum Abschluss immer flexibel sein, welches Lied die Predigt jetzt am besten abrunden würde. Zum Schluss dann eventuell nochmals einen Partysong. Danach....

STOPP

Ich habe nichts gegen diese Abläufe und Ja, die Zeit der Leute ist wertvoll und wir möchten diese Ehren, indem wir einen Raum schaffen, wo sie Gott möglichst gut begegnen und auch wieder auftanken können. Aber manchmal (nicht immer!) ist der beste Weg um Gott anzubeten, einfach still zu sein. Ja genau. Still. So gaaaaanz still. Nicht die ganze Zeit, aber einfach einmal ein paar Minuten totale Stille. Kein Piano, keine E-Gitarre, nur du und Gott. "Der HERR aber ist in seinem heiligen Palast. Schweige vor ihm, ganze Erde!" (Habakuk 2,20 - Elb).

Aber das fühlt sich so lange an! Und natürlich ist das eine Spannung für den Worshipleiter, wann der optimale Punkt ist, um wieder einzusetzen. Aber keine Panik. Im Himmel war/wird es einmal eine ganze halbe Stunde ruhig sein! (vgl. Offenbarung 8,1).

Wenn diese Stille gut eingeführt wird, kann dies das Beste sein, was unseren Besuchern in dieser Woche passiert ist! "Ruhe in der Anbetung enthält Elemente der Offenbarung (wie Gott ist) UND der Antwort" (übersetztes Zitat von Matt Redman). Manchmal erleben wir Gott im lauten Worship und das ist super so. Wir sollten uns aber die Gelegenheit nicht entgehen lassen, Gott in der Ruhe während einer Worshipzeit zu erleben. In seiner Gegenwart bringen wir unser Herzen zur Ruhe und fangen automatisch an über Gottes Grösse und Heiligkeit zu staunen (nach Psalm 131).

Die Stille zwischen den Liedern kann ziemlich komisch sein und es erschweren, wirklich in den Worship einzutauchen. Aber eingeleitete Stille kann einem in eine tiefere Ebene des Worships bringen.

Eine Frage, die ich mir selbst immer wieder gerne stelle, die dazu passt: Ist die Lautstärke deiner Umgebungsgeräusche leise genug, um das Flüstern Gottes zu hören? Manchmal ist Gott auch in einem leisen Sausen wie in 1. Könige 19,12-13, als Gott dem Elia begegnete.

Zusammengefasst bin ich immer noch gegen Worshiplöcher, jedoch klar für ganz bewusst eingeleitete Pausen während Worshipzeiten.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0